Schulprojekt “Stolpersteine”
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen wird.“ – Gunter Demnig
Aktuell hängen in unserem Schulhaus zirka 80 Plakate, welche an das Schicksal einiger Opfer des Nationalsozialismus erinnern.
Im Rahmen eines Projekts im Gemeinschaftskundeunterricht im 3. Lehrjahr der Berufsschule haben sich unsere Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Geschichte hinter sogenannten Stolpersteinen auseinandergesetzt. Jeder Lernende recherchierte das Schicksal einer bestimmten Person, an die ein solcher Stolperstein erinnert, und setzte sich dabei mit den individuellen Lebensgeschichten auseinander.
Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden unter anderem in Form von Plakaten aufbereitet, die seit ein paar Wochen in der 1. Etage des Neubaus ausgestellt sind. Sie geben Einblick in persönliche Schicksale und machen deutlich, wie tiefgreifend die Auswirkungen von Ausgrenzung, Verfolgung und staatlicher Willkür waren.
Stolpersteine sind kleine, im Boden verlegte Gedenktafeln, die vor den letzten freiwilligen Wohnorten von Opfern des Nationalsozialismus eingelassen werden. Sie tragen Namen, Lebensdaten und das weitere Schicksal der Menschen und sollen dazu anregen, im Alltag innezuhalten und sich zu erinnern. Mittlerweile gibt es über 110.000 solcher Steine in über 30 Ländern. Damit sind die Stolpersteine das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur unserer Schule. Es verdeutlicht, wie wertvoll demokratische Strukturen, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind – gerade vor dem Hintergrund einer Zeit in Deutschland, in der diese Werte nicht galten. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit soll dazu anregen, Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Die aktuellen Plakate laden noch bis zum Ende des Schuljahres zu Lesen, Verweilen und Gedenken ein. Eine Neuauflage für das kommende Schuljahr ist bereits in Planung.
S. Fischer

Comments are Closed