Unser Frankreichaustausch 2026 – Auf den Spuren des Automobils und der Marine



Die vom DFJW – geförderte Reise nach Lorient von sechs Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrkräften der RHS glich in diesem Jahr einem Überraschungsei, ähnlich dem auf der Postkarte aus dem Musée de Bretagne in Rennes. Viele Programmpunkte mussten aufgrund von Absagen kurzfristig verändert und angepasst werden. Aber das Ergebnis war eine gelungene Reise mit vielen Erlebnissen und Einblicken.

Die französische Gruppe hatte uns bereits vom 18.05.2026 bis 23.05.2026 hier in Chemnitz besucht und ihre Eindrücke unter nebenstehendem Link hinterlassen. Chemnitz 2026 – LE SEJOUR
Zu Beginn unseres Aufenthalts wurden wir herzlich an unserer Partnerschule Saint Joseph La Salle empfangen. Dort konnten wir den französischen Schulalltag erleben und die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen und französischen Bildungssystem kennenlernen.

Der Höhepunkt am Nachmittag war der Besuch beim Team Sodebo Voile. Hier konnten wir beobachten, wie Trimarane entwickelt und für internationale Wettkämpfe vorbereitet werden.

In den folgenden Tagen standen noch zwei weitere Unternehmensbesuche auf dem Programm. Multiplast ist weltweit für innovative Verbundwerkstoffe bekannt. Hinter den Fassaden unscheinbarer Fabrikhallen vermittelte uns die Führung einen Eindruck von modernster Technologie und handwerklicher Präzision. Hier werden beispielsweise Abdeckungen für Radaranlagen und Schiffsrümpfe in Einzelfertigung und kleinen Serien produziert. Besonderen Eindruck hinterließ die Werkstatt in der zurzeit die Kuppel eines Planetariums hergestellt und zum Schluss mit Blattgold überzogen wird. Ein Abstecher zu Carabreizh ließ schließlich das Herz aller Schleckermäulchen höherschlagen. Wir wurden in die Kunst der Karamellherstellung eingeführt und durften auch kosten.
Mehrere Exkursionen führten uns in andere Städte der Bretagne. In Brest besuchten wir Cinav, eine Agentur, die Fachkräfte für die Marine und Seefahrt anwirbt. Unsere Gastgeber, beide ehemalige Offiziere, erzählten viele Geschichten, die unterhaltsam waren aber auch nachdenklich machten. So nimmt beispielsweise der durchschnittliche U-Boot Soldat auf einer Tour von drei Monaten im Durchschnitt 12 Kilogramm zu 😉. Andererseits wurden uns Drohnen präsentiert, die zur Seeminenräumung eingesetzt werden, wie zurzeit in der Straße von Hormus. Gleich neben der Agentur liegt Les Atelier des Capucins, ein modernes Kultur- und Freizeitzentrum, das in ehemaligen Industriegebäuden untergebracht ist. Dort konnten wir erleben, wie historische Architektur mit zeitgemäßer Nutzung, wie einem Museum, einer Kletterhalle, einer Seilbahnstation, der Bibliothek sowie Restaurants und Geschäften, verbunden wird. In Vannes frönten wir dann der bretonischen Küche. In der traditionellen Crêperie Dan Ewen probierten wir die berühmten bretonischen Crêpes und Galettes. In Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, tauchten wir schließlich in die Geschichte ein und besuchten das schon erwähnte Musée de Bretagne. Die interaktiven Ausstellungen, der deutschsprachige Audioguide und die vielen appetitanregenden Informationen zur Fischereiindustrie sorgten dafür, dass sich auf der Heimreise sehr viele Fischkonserven im Gepäck der TeilnehmerInnen befanden.
Zum Wochenende kehrten wir nach La Base, dem ehemaligen U-Boot-Stützpunkt von Lorient zurück und besuchten das U-Boot Le Flore. Während der Besichtigung konnten wir die engen Räume des ehemaligen Militär-U-Boots erkunden und mehr über das Leben der Besatzung erfahren. Aber auch ein Strandtag durfte nicht fehlen. Nach dem sehr wechselhaften Wetter die Woche über schien dann am Sonntag – gerade richtig für den Ausflug zur Île aux Moines – die Sonne. Die malerische Insel im Golf von Morbihan mit wunderschöner Landschaft, den prähistorischen Megalithen und einer entspannten Atmosphäre boten einen eindrucksvollen Abschluss unseres Aufenthalts.
Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich beim Deutsch-Französischen Jugendwerk für die finanzielle und administrative Unterstützung sowie bei unseren französischen Partnern.
Text und Fotos: Manuela Vogelsang









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