Berufsbild: Werkzeugmechaniker
Der Einsatz von Werkzeugmechanikerinnen und Werkzeugmechanikern erfolgt vorrangig in Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie bei der Herstellung, Montage, Inbetriebnahme, Änderung und Instandhaltung von Werkzeugen, Vorrichtungen und Lehren.
Typische berufliche Handlungsabläufe sind:
- die Herstellung von Präzisionsteilen durch manuelle und maschinelle Fertigungsverfahren
- Programmieren und Einrichten numerisch gesteuerter Maschinen, Geräte oder Anlagen
- Montieren und Demontieren von Bauteilen und Baugruppen
- Prüfen von Werkstücken und Werkzeugen
- Inbetriebnehmen und Erproben von Werkzeugen
- Wartungsarbeiten, Fehlersuche, Instandsetzung von Werkzeugen, Vorrichtungen und Lehren sowie der zugehörigen Steuerungs- und Regeleinrichtungen
- Nutzen und Beachten von Normen, Bestimmungen, Datenblättern, Betriebsanleitungen zur Sicherung der Prozess- und Produktqualität
- Optimieren betrieblicher Arbeitsabläufe
In der betrieblichen Praxis werden die Auszubildenden mindestens in einem der folgenden
Einsatzgebiete ausgebildet:
- Stanztechnik
- Formentechnik
- Vorrichtungstechnik
- Instrumentaltechnik
Zugangsbedingungen
Um eine Lehrausbildung aufnehmen zu können, ist mindestens der Hauptschulabschluss der Mittelschule notwendig.
Der Werkzeugmechaniker ist ein Beruf der dualen Ausbildung. Bewerbungen sind an Unternehmen der Region zu richten, die dann die Lehrverträge abschließen.
Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung erfolgt im dualen System im Turnus mit 2 Wochen Berufsschulunterricht und 4 Wochen praktischer Ausbildung im Betrieb. Eine Berufsschulwoche umfasst 26 Wochenstunden fachtheoretischen und 10 Wochenstunden allgemeinbildenden Unterricht.
Insgesamt dauert die Lehrausbildung 3,5 Jahre.
Sie gliedert sich in:
- Grundstufe ( 1. Lehrjahr )
- Fachstufe I ( 2. Lehrjahr )
- Fachstufe II ( 3./ 4. Lehrjahr - berufliche Spezialisierung )
Der Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung findet im Frühjahr des 2. Lehrjahres statt und der Teil 2 der Abschlussprüfung im 4. Lehrjahr erfolgt durch die Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer. Die Abschlüsse werden bundesweit anerkannt.
Bildungsinhalt
Im Rahmen der theoretischen Berufsausbildung erhalten die Werkzeugmechanikerinnen und Werkzeugmechaniker an unserem Berufsschulzentrum eine Grundlagenausbildung in all-gemein bildenden Fächern. Der berufsbezogene Unterricht ist nach Lernfeldern gegliedert, die für 4 Metallberufe gleich sind. Im 2. bis 4. Lehrjahr erfolgt eine berufliche Spezialisierung in Fachklassen. Besonderes Anliegen des berufsbezogenen Unterrichts ist es, die praktische Berufsausbildung und das berufliche Handeln zu unterstützen. Die Lernfelder enthalten Lehrgebiete zur Fertigung von Werkzeugen, zur Wartung technischer Systeme, zur Planung und Inbetriebnahme von pneumatischen, elektro-pneumatischen und hydraulischen Steuerungen. Weitere Lernfelder ermöglichen die Vermittlung einer tiefgründigen CNC- und CAD- Ausbildung, um in der Praxis an modernen Maschinen und Anlagen arbeiten zu können. Um anwendungsbezogen unterrichten zu können, werden 25% der berufsbezogenen Unterrichtsstunden für den gerätegestützten Unterricht verwendet. Dieser Unterricht wird in geteilten Klassen durchgeführt.
Stundentafel - Gesamtstundenzahl pro Woche = 36 (Stand März 2008)
| Nr. | Handlungsbereich | 1. Lehrjahr | 2. Lehrjahr | 3. Lehrjahr | 4. Lehrjahr |
| 1 | Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen | 80 | - | - | |
| 2 | Fertigen von Bauelementen mit Maschinen | 80 | - | - | |
| 3 | Herstellen von einfachen Baugruppen | 80 | - | - | |
| 4 | Warten von technischen Systemen | 80 | - | - | |
| 5 | Formgeben von Bauelementen durch spanende Fertigung | - | 60 | - | - |
| 6 | Herstellen technischer Teilsysteme des Werkzeugbaus | - | 80 | - | - |
| 7 | Fertigen mit numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen | - | 80 | - | - |
| 8 | Planen und Inbetriebnehmen steuerungstechnischer Systeme | - | 60 | - | - |
| 9 | Herstellen von formgebenden Werkzeugoberflächen | - | - | 60 | - |
| 10 | Fertigen von Bauelementen in der rechnergestützten Fertigung | - | - | 60 | - |
| 11 | Herstellen der technischen Systeme des Werkzeugbaus | - | - | 100 | - |
| 12 | Inbetriebnehmen und Instandhalten von technischen Systemen des Werkzeugbaus | - | - | 60 | - |
| 13 | Planen und Fertigen ausgewählter technischer Systeme des Werkzeugbaus | - | - | - | 80 |
| 14 | Ändern und Anpassen ausgewählter technischer Systeme des Werkzeugbaus | - | - | - | 60 |
| Summe (insgesamt 1020 Stunden) | 320 | 280 | 280 | 140 |
Weiterführende Bildungsgänge nach der Berufsausbildung
- Fachoberschule für Technik (einjährig)
In die einjährige Fachoberschule können Bewerber mit Realschulabschluss und einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung eintreten und die Fachhochschulreife erreichen.
- Fachschule
Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung und einer mindestens einjährigen Berufserfahrung (bei berufsbegleitender Ausbildung ist nur eine halbjährige betriebliche Tätigkeit nachzuweisen), haben Facharbeiter mit entsprechenden Leistungen die Möglichkeit, eine Fortbildung zum Staatlich geprüften Techniker zu absolvieren.
Auch diese Bildungsgänge werden an der Richard-Hartmann-Schule angeboten.
Weiteres Informationsmaterial dazu ist im Sekretariat erhältlich.
Information
Ausbildungsbeginn:
entsprechend Schuljahresbeginn in Sachsen
Ausbildungskosten:
Die Ausbildung ist kostenlos.
Lehrbücher werden als Leihexemplare zur Verfügung gestellt.
Festgelegte Arbeitsmaterialien wie z.B. Zeichenplatten, Arbeitshefte sind käuflich zu erwerben.
Bewerbungen:
Bewerbungen sind an die Unternehmen zu richten!
Anfragen zur theoretischen Ausbildung sind zu richten an:
Richard–Hartmann–Schule
Berufliches Schulzentrum für Technik III
Annaberger Straße 186
09120 Chemnitz
Telefon: 0371 / 488 4900
Telefax: 0371 / 488 4999
E–Mail: info@rhs-chemnitz.de
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