Berufsbild: Technischer Zeichner
Der Einsatz von Technischen Zeichnerinnen und Technischen Zeichnern erfolgt branchenübergreifend in Bereichen der Konstruktion bzw. Projektierung der Industrie und des Handwerks.
Typische berufliche Tätigkeiten sind:
- die Herstellung technischer Unterlagen auf Grundlage von Konstruktionsvorgaben
- wie Skizzen, handschriftlich geänderten Zeichnungen, Entwurfszeichnungen, Beschreibungen und mündlichen Anordnungen
- Detaillierung und Komplettierung von Konstruktionsunterlagen
- norm-, funktions- und fertigungsgerechte Ausführung von technischen Zeichnungen und Unterlagen unter Beachtung wirtschaftlicher und umwelttechnischer Erfordernisse
- Inbetriebnahme und Bedienung der betrieblichen Hardware
- effektive Anwendung der CAD-Software, Datensicherung und Weiterleitung als Hauptaufgabengebiet
- Nutzung und Anwendung der modernen Kommunikationsmöglichkeiten, die lokale und globale Netzwerke bieten.
Die berufliche Tätigkeit als Technischer Zeichner erfordert:
- ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- die Fähigkeit zum abstrakten Denken.
- sorgfältiges und präzises Arbeiten.
- die Fähigkeit zur selbständigen, eigenverantwortlichen Arbeit und zur Zusammenarbeit in Teams.
- Fähigkeiten zum Umgang mit moderner Kommunikationstechnik.
Die Ausbildung erfolgt in den Fachrichtungen:
- Maschinen- und Anlagentechnik
- Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik
- Stahl- und Metallbautechnik
- Elektrotechnik
- Holztechnik
Zugangsbedingungen
Um eine Lehrausbildung aufnehmen zu können, ist mindestens der Hauptschulabschluss der Mittelschule notwendig.
Der technische Zeichner ist ein Beruf der dualen Ausbildung. Bewerbungen sind an Unternehmen der Region zu richten, die dann die Lehrverträge abschließen.
Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung erfolgt im dualen System im Turnus mit 2 Wochen Berufsschulunterricht und 4 Wochen praktischer Ausbildung im Betrieb. Eine Berufsschulwoche umfasst 26 Wochenstunden fachtheoretischen und 10 Wochenstunden allgemeinbildenden Unterricht.
Insgesamt dauert die Lehrausbildung 3,5 Jahre.
Seit dem Schuljahr 2002/2003 gliedert sich der neu überarbeitete Lehrplan in
- Klassenstufe 1 (1. Lehrjahr)
- Klassenstufe 2 (2. Lehrjahr)
- Klassenstufe 3/4 (3./ 4. Lehrjahr – berufliche Spezialisierung)
Die Zwischenprüfung im 2. Lehrjahr und die Abschlussprüfung im 4. Lehrjahr erfolgen durch die Prüfungskommissionen der Industrie- und Handelskammer. Die Abschlüsse sind bundesweit anerkannt.
Bildungsinhalt
Schwerpunkt der Ausbildung ist eine starke Tätigkeitsorientierung in den Lehrgebieten.
Die Schüler erhalten eine fundierte CAD–Ausbildung an moderner CAD–Technik.
Mit praktischen Übungen und Versuchen werden im Technologiepraktikum die Theoriekenntnisse vertieft und handlungsorientierte Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt.
Weitere wesentliche Inhalte der schulischen Ausbildung sind insbesondere:
- Technische Zeichnungen und Unterlagen manuell und rechnerunterstützt erstellen auswählen und anwenden
- Nutzung von CAD, Textverarbeitung, Datenbanken und Tabellenkalkulation zur Bewältigung fachrichtungsspezifischer Aufgabenstellungen
- Darstellung und Präsentation von Arbeitsergebnissen
- die Beurteilung von Produkten und Anlagen nach Funktion, Konstruktion, Einsatz bzw. Verwendung
- Verstehen und Begründen von Fertigungs-, Montage-, und Installationstechniken
- projektorientierte Aufgabenstellungen fachübergreifend durchdringen und lösen
- Anwendung der Kenntnisse technologischer und naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten bei der Lösung von Arbeitsaufgaben.
- Kenntnis und Anwendung englischer Fachbegriffe
- Einhaltung von Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes.
Stundentafel (Stand Dezember 2003)
| Gesamtstunden/ Blockwoche | ||||
| Fach | 1. Lehrjahr | 2. Lehrjahr | 3. Lehrjahr | 4. Lehrjahr |
| Deutsch | 3 | 3 | 2 | 2 |
| Sozialkunde | 2 | 2 | 3 | 3 |
| Wirtschaftskunde | 2 | 3 | 3 | 3 |
| Englisch | 3 | - | - | - |
| Sport | 2 | 2 | 2 | 2 |
| Technisches Zeichnenen | 6 | 6 | 4,5 | 5 |
| CAD | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Technische Kommunikation | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Produkttechnologie | 5 | 5 | 6 | 6 |
| Fertigungs- und Montagetechnik | 4 | - | 5 | 6 |
| E-Technik | - | 1,5 | - | - |
| Steuerungstechnik | - | 3 | - | - |
| Technologiepraktikum | 3 | 1 | 1,5 | - |
| Fachenglisch | 2 | 3 | 3 | |
| CNC | - | 1,5 | - | - |
| Gesamtstunden/Blockwoche | 36 | 36 | 36 | 36 |
Weiterführende Bildungsgänge nach der Berufsausbildung
- Fachoberschule für Technik (einjährig)
In die einjährige Fachoberschule können Bewerber mit Realschulabschluss und einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung eintreten und die Fachhochschulreife erreichen.
- Fachschule
Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung und einer mindestens einjährigen Berufserfahrung (bei berufsbegleitender Ausbildung ist nur eine halbjährige betriebliche Tätigkeit nachzuweisen), haben Facharbeiter mit entsprechenden Leistungen die Möglichkeit, eine Fortbildung zum Staatlich geprüften Techniker zu absolvieren.
Auch diese Bildungsgänge werden an der Richard–Hartmann–Schule angeboten.
Weiteres Informationsmaterial dazu ist im Sekretariat erhältlich.
Information
Ausbildungsbeginn:
entsprechend Schuljahresbeginn in Sachsen
Ausbildungskosten:
Die Ausbildung ist kostenlos.
Lehrbücher werden als Leihexemplare zur Verfügung gestellt.
Festgelegte Arbeitsmaterialien wie z.B. Zeichenplatten, Arbeitshefte usw. sind käuflich zu erwerben.
Bewerbungen:
Bewerbungen sind an die Unternehmen zu richten!
Anfragen zur theoretischen Ausbildung sind zu richten an:
Richard – Hartmann – Schule
Berufliches Schulzentrum für Technik III
Annaberger Straße 186
09120 Chemnitz
Telefon: 0371 / 488 4900
Telefax: 0371 / 488 4999
E–Mail: info@rhs-chemnitz.de
Homepage: www.rhs-chemnitz.de